Das Fasten nach Buchinger wird als eine der am besten erforschten und traditionsreichsten Fastenmethoden beschrieben. Es geht über einfachen Nahrungsverzicht hinaus und umfasst ein ganzheitliches Konzept für Körper, Geist und Seele. Die Methode wurde von Dr. Otto Buchinger entwickelt und von Dr. Hellmut Lützner verfeinert.
Was ist Fasten nach Buchinger?
Fasten nach Buchinger ist eine Fastenform, bei der für einen festgelegten Zeitraum auf feste Nahrung verzichtet wird. Stattdessen werden Gemüsebrühen, Tees, Säfte und Wasser konsumiert. Das Ziel besteht darin, dem Körper eine Pause zu geben und ein neues Körperbewusstsein zu entwickeln.
1. Ruhephase für die Verdauung
Während des Fastens verlangsamt sich der Verdauungsprozess nahezu, und der Stoffwechsel stellt auf “Ernährung von innen” um: Weil keine feste Nahrung mehr zugeführt wird, greift der Körper auf seine Fettreserven zurück und bildet dabei Ketonkörper – eine wichtige Energiequelle für Gehirn und Muskeln während des Fastens. Diese Umstellung gibt dem Körper Raum, sich zu erholen. Nach heutigem Verständnis bauen die Zellen währenddessen über den Prozess der Autophagie alte, beschädigte Bestandteile ab und recyceln sie – ein natürlicher Reinigungsprozess, früher oft als “Entschlacken” bezeichnet. Viele Teilnehmer:innen berichten von einem Gefühl innerer Reinigung und mehr Wohlbefinden.
2. Förderung der Selbstheilungskräfte
Das Fasten wird mit den natürlichen Selbstheilungskräften des Körpers in Verbindung gebracht: Durch den Verzicht auf feste Nahrung schaltet der Körper auf Autophagie um – alte und beschädigte Zellbestandteile werden abgebaut und erneuert. Viele Teilnehmer:innen berichten danach von mehr Vitalität und einem gestärkten Körpergefühl.
3. Geistige Klarheit und Achtsamkeit
Fasten ist eine körperliche und geistige Reise. Viele Teilnehmer berichten von gesteigerter geistiger Klarheit, mehr Achtsamkeit und intensiver Verbindung zum inneren Selbst während der Fastenzeit. Das Fasten bietet die Gelegenheit, alte Muster zu durchbrechen, den Geist zu beruhigen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Ablauf des Buchinger/Lützner-Fastens
1. Vorbereitung
Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg der Fastenkur. In den Tagen vor dem Fastenbeginn wird die Ernährung schrittweise umgestellt, um den Körper auf den bevorstehenden Nahrungsverzicht vorzubereiten. Dabei werden hauptsächlich leichte, pflanzliche Lebensmittel und viel Flüssigkeit konsumiert.
2. Fastenphase
Die eigentliche Fastenphase dauert in der Regel zwischen 5 und 10 Tagen. Während dieser Zeit nimmst du keine feste Nahrung zu dir. Stattdessen trinkst du täglich frisch zubereitete Gemüsebrühen, ungesüßte Tees und frisch gepresste Gemüse-/Obstsäfte. Diese Flüssigkeiten versorgen deinen Körper mit den notwendigen Nährstoffen und sorgen dafür, dass der Stoffwechsel in Gang bleibt.
3. Aufbautage
Nach der Fastenzeit folgt die Aufbauphase, in der der Körper langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt wird. Diese Phase ist besonders wichtig, um den Verdauungstrakt schonend wieder in den Normalbetrieb zu bringen und die positiven Effekte des Fastens zu festigen. Dabei wird mit leichten, gut verträglichen Lebensmitteln begonnen, bevor schrittweise wieder normale Mahlzeiten eingeführt werden.
Tue deinem Körper etwas Gutes,
Hildegard von Bingen
damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.


